Archiv für die Kategorie „Veits Ecke“

Vom (Ver)Schwörern, Verspreche(r)n und mehrdeutigen Klammerbegriffen
Donnerstag, 26. Februar 2009

Manchmal werden Sprichwörter aus Gründen jedweger Bedeutung des Wortes “pathetisch” benutzt: Leidenschaftlich, feierlich, geschwollen, theatralisch. In Zeiten des bösen F-Wortes, wobei Kinder ihren Eltern jetzt die Ohren zuhalten sollten,  “Finanzkrise” kommt bei uns der feierliche Gedanke wohl eher an letzter Stelle. Hier mal die Grundstimmung für folgendes pathetisch ausgeprochenes Sprichwort:

Jeder Gesellschaft die Kinder, die es verdient!  Jedem Volk die Politiker, die es verdient!

So,  jetzt auf Volleyball trimmen und die Stimmung passt :

Jeder Mannschaft das Schiedsgericht, das es verdient! Jedem Team den Gegner, den es verdient!

Ein wirklich schönes und anschauliches Beispiel für dieses allseits beliebte Sprichwort aus dem Munde allseits beliebter Besserwisser:

Das Match der Herren II gegen den VC Reken

Ein Schiedsgericht (wir verallgemeinern an dieser Stelle mal lieber), dass den Unterschied zwischen Netz, Übergetreten, Situations- bzw. Ligaangepasstem Pfeiffen, Aus, Linie und Übergegriffen nicht wirklich verstehen und dementsprechend anwenden möchte.

Eine gegnerische Mannschaft, die sogar unser Team in Sachen Koordination und -operation um Längen schlägt.

Was ist passiert?

Spielverlegung ist ja business as usual. Unser Teil ging so ähnlich wie

A.:” Ey Datteln, Verlegung auf Freitag?”

B. ” Jau, is gut, wir kommen. Aber dafür hätten wir gerne ne kleine Entschädigung.” (was das ist weiss wohl jeder)

A.:” Gut, alles klar, machen wa.”

Um es kurz zu machen : Man fährt bis kurz vor Holland. Spiel läuft ein paar Minütkes, dann :”Halt, Aufstellungsfehler Reken! Ne,..doch… ne. Nein,Moment!..Doch.nein…..” Usw.usf.  Gute 10 Minuten,etliche Regelwerkseiten und Diskussionen  später hat man sich darauf geeinigt, dass der Fehler (ich sag jetzt mal nicht wie lange der Fehler sich schon vorher durch die Aufstellung zog) bis auf einen Punkt für uns korrigiert wird. Der gefühlte erste Pfiff wegen Übertretens im Spiel überhaupt geht gegen uns, beim Stand von 28:28 (oder sowas). Das reichte einem Mitspieler, der beim Anblick des gerade ablaufenden Spiels am liebsten alle gefressen hätte. Gut, dass wir alle harmlos sind wie Schäfchen. Drei Spritzen Adrenalin mehr in der Mannschaftsblutbahn und es wäre lustig geworden.

Nachdem also die halbe Verschwörung genauso wie die Niederlage perfekt ist, kommt die Krönung. Kein kleines, nettes “Gastgebergeschenk” für uns heute. “Hat der Typ, der das plant nicht gepeilt. Der ist auch nicht da. Also, sorry Jungs!” Ne, ist klar, aber mit dem “Geschenk” direkt vor uns herlaufen und Gas geben. “Nächstes Mal bekommt ihr das, außerdem hat ja alles zu.” Die 5 Min. entfernte Tanke, die ja schon längst dicht hatte, haben wir dann mal aufgesucht und siehe da, der Tankwart war geneigt uns zu beschenken.  Somit hat sich das mit dem Versprechen auch schon mal gegessen.

Weinerei? Aber sicher. Wer so agiert, braucht sich nicht beschweren, wenn es mal knüppeldick kommt. Schlimm ist es nur, wenn man nie daraus lernt.Tja, ab sofort schon. Keine Spielereien àla “Ich schwör! Ehrlich!”  mehr mit anderen Teams und das Schiedsgericht wird ab sofort auf Herz und Nieren geprüft (denn Teile davon waren wirklich Oscar reif).

Ich will mal wieder nach Holland, da war alles irgendwie einfacher…

Von Hochleistungscomputern und Bürosportlern
Donnerstag, 29. Mai 2008

Moin,

Jürgen Klinsmann ist ab sofort Gott. Der geneigte Leser mag sich fragen, warum ich den Einstieg auf derart triviale und volleyballunspezifische Weise wähle. Ganz einfach, weil Klinsi den Fußball, und damit auch in Zeitverzögerung die restliche Sportwelt, komplett revolutioniert hat und auch weiterhin revolutionieren wird.

Kleiner Exkurs für die diejenigen in Deutschland, die sich kurz vor der EM immer noch nicht für Fussek erwärmen können: Klinsmann hat es geschafft, Trainer bei Bayern und innovativster Münchener Trainer aller Zeiten zu werden. Das ist ungefähr so, als würde ein Dagobert Duck die Panzerknacker zu Sicherheitsverantwortlichen des Geldspeichers ernennen.

Nachdem der Trainer einen Tross von Fitness-, Ehrnährungs,- Schlafwandel,- Psycho,-und Entertainmentexperten bei den Bayern untergebracht hat, sind nun die Installation eines Fernsehstudios und eigene Büros für die Profis eingeplant worden. Ersteres dient zur exakten Analyse der Trainingseinheiten und Letzteres soll den 8-Stunden-Tag (!) bei den Bayern einläuten. Acht Stunden am Tag ackern. Das ist natürlich hart und dient auch als weiterer Schritt hin zum totalen Profisportler.

Überträgt man solche Verhältnisse auf unsere geliebten Volleyball hieße das, sich den Hechtbagger des/der MannschaftskameradIN in Zeitlupe noch mal genau anzuschauen und die Visage, ob des zu scheitern drohenden Rettungsversuchs, genau auf psychosomatische Veränderungen hin zu analysieren. Im Büro würdet ihr dann Fanpost beantworten, euren Triumph/Versagensmoment noch einmal auf dem TV09-eigenen Youtube-Channel Revue passieren lassen und zum Abschluss eine Runde Bürostuhl-Regatta mit den Mannschaftskollegen spielen. Ihr müsstet eure Sachen nicht mehr in öden Turnbeuteln umherschleppen, sondern schön aus eurem Spind in eurem Büro herausnehmen.

Das Ganze kostet natürlich so zwischen ein und zwei Euro, weshalb wir auf vorher angesprochenen Dagobert Duck angewiesen wären. Auch da hilft uns der Fußball weiter. Unternehmer wie Herr Hopp, seines Zeichens SAP-Mitgründer ( ihr wisst schon die Software ohne die kein Unternehmen weltweit mehr auskommt), hat so ein paar Millionen locker sitzen. Entweder wir müssten ihn fragen oder mal so einen Dattelner Millionär. Ich finde, dass die Abteilung mit der größten Anzahl an Mitgliedern und Mannschaften in höheren Volleyballligen durchaus solche Innovationen verdient hätte.

So, Schluss für heute, macht’s gut

Veit

PS: Ich nehm die Billy-Regale, Schreibtisch “Fredrik” und die Svenning-Drehstühle. Alles günstig bei Ikea zu bekommen.

PPS.: Bürorudern ist übrigens echt großartig. Einfach mal bei Youtube suchen ;)

Netzroller 2.0
Samstag, 12. April 2008

Um es in einer vom Denglisch überhäuften, von abgewetzten Flipcharts abgemalten und -weil Wirtschaftler- völlig versimplifzierten Gleichung darzustellen :

Netzwerk+Mitgliedergemeinde*PC-Geräte+ TV-Think Tank+ innovativer Internetblog =

Smashing Homepage mit potential growth through network effects…. ;)

Wie die technische Evolution so fortschreitet, bleibt sogar unser Verein nicht davon verschont. Wobei verschont ja schon ein falsches Wort ist. Man könnte meinen, man würde jede neue Errungenschaft des so häufig betitelten Web 2.0 mitmachen, auch wenn sie noch so überflüssig sei. Weit gefehlt meine Damen und Herren. Da blüht die Kreativität richtig auf ! Denn dies ist nicht nur unser normaler Internetauftritt, sondern auch eine glänzende Aufforderung, sich selbst kreativ auszutoben. Nun kann ich mir natürlich einen kleinen Beitrag nicht verkneifen. Im immer rasanter wachsenden Angebot des Internets vermochte schon so mancher Journalist den Abgesang des qualitativen Journalismus zu sehen. Ich kann dem nur ganz klar widersprechen. Ein Hoch auf die Leistung von Marc, Heiko und Co. (nicht übel nehmen ;) ). Endlich können Mareike, Mi und der Rest der Netzwerkredaktion von meinen Ergüssen befreit werden, indem IHR euch quasi im virtuellen Ballwechsel gegenseitig die Beiträge um die Ohren haut. Also, Flosse stretchen, Windrichtung schätzen und Fingerkuppengymnastik betreiben.

Bis demnächst und einen lieben Gruß an meinen persönlichen Internetguru Wolfgang Schäuble,

Veit